Aufrichtigkeit
Falschheit ist Unehrlichkeit im Geiste.
Der bedeutende buddhistische Mönch und Gelehrte Nagarjuna (ca. 2. Jh. n. Chr.) stellte ein Programm für das Klosterleben auf, das sich ohne Weiteres auf die allgemeine Persönlichkeitsentwicklung übertragen lässt, wie sie auch heute noch gelehrt werden könnte. Unter anderem bestand es darin, die menschlichen Schwächen abzubauen oder, wie er es nannte, „die eigenen Fehler aufgeben“. Er zählte siebenundfünfzig solcher Fehler auf, darunter auch die Unaufrichtigkeit. Hier ein Auszug:
„Seid ihr ins Klosterleben eingetreten,
bemüht euch zuerst um rechte Übung [der Ethik].
Vervollkommnet euch im Bemühen um persönliche Befreiung,
indem ihr eifrig hört und die Bedeutung des Gehörten erkundet.
Sodann solltet ihr alles aufgeben,
was zu den verschiedenen Fehlern gehört.
Kraftvoll stemmt euch allem entgegen,
was zu den siebenundfünfzig besonderen Mängeln zählt.
[… es folgt die Aufzählung der siebenundfünfzig Fehler, u. a. gleich zu Anfang die folgenden]
Verstellung ist Betrug.
Falschheit ist Unehrlichkeit im Geist.“
Nagarjuna zeigt, dass wir nicht wissen müssen, was Glück genau bedeutet, um den Weg dahin zu finden. Es reicht, wenn wir damit beginnen, unsere Unzulänglichkeiten abzubauen oder zu vermindern. In diesen „Fehlern“ sahen zahlreiche Denker der Antike in West und Ost „Krankheiten“ der Seele, in der Gesundheit der Seele aber das menschenmögliche Glück. Für eine „Heilung“ müssen uns allerdings unsere Unzulänglichkeiten bewusst werden. Daher gehört das „Erkenne dich selbst!“ zu den ersten Forderungen einer gelingenden Persönlichkeitsentwicklung und Glückslehre.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.