Besitz
Zum glücklichen Leben gehören auch äußere Güter, aber nicht viele und keine großen.
In der Antike war umstritten, ob materielle Güter nötig sind, um glücklich zu sein. Aristoteles sagt dazu:
„Der Glückselige wird aber als Mensch auch in äußeren guten Verhältnissen leben müssen. Denn die Natur genügt sich selbst zum Denken nicht; dazu bedarf es auch der leiblichen Gesundheit, der Nahrung und alles andere, was zur Notdurft des Lebens gehört. Indessen darf man, wenn man ohne die äußeren Güter nicht glückselig sein kann, darum nicht meinen, dass dazu viele und große Güter erforderlich wären. Denn dass einer ein volles Genüge [Selbstgenügsamkeit] und die Möglichkeit der Betätigung habe, liegt nicht an Reichtum und Überfluss: man kann, auch ohne über Land und Meer zu herrschen, sittlich [weise] handeln; denn auch mit mäßigen Mitteln lässt sich der Tugend [Weisheit] gemäß handeln. Man kann das deutlich daran sehen, dass die Privatleute den Fürsten im rechten und tugendhaften Handeln nicht nachzustehen, sondern eher voraus zu sein scheinen. Es genügt also, wenn dazu die nötigen Mittel vorhanden sind. Denn das Leben muss glückselig sein, wenn es in tugendgemäßer Tätigkeit verbracht wird.“
Für Aristoteles bestand das Glück des Menschen darin, seiner vernünftigen Natur gemäß und von der Einsicht geleitet zu leben und zu handeln, d. h. selbstbestimmt und weise. Deshalb ist für ihn die „Möglichkeit der Betätigung“ wichtig und entscheidend. Dazu genügt, dass man das Nötigste hat. Vieler äußerer Mittel bedarf es dazu aber nicht, denn nahezu in jeder Situation können wir weise und gut handeln, d. h. uns treu bleiben und das Beste aus uns und der Situation machen. Gelingt uns dies, empfinden wir Glück, mögen die äußeren Umstände noch so dürftig sein.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.