Besonnenheit
Wer weiß, aber nicht danach handelt, ist unbesonnen.
Von Sokrates wird Folgendes überliefert:
„Fragte man ihn dann, ob er diejenigen sowohl für weise als auch für besonnen und beherrscht halte, welche trotz Ihres Wissens um das, was zu tun ist, das Gegenteil davon tun, so sagte er: ‚Ich halte diese für nichts anderes als für Unweise und Unbeherrschte. Denn ich glaube, dass alle im Bereich des Möglichen das tun, was sie als das Vorteilhafteste für sich ansehen. So halte ich eben dafür, dass die, welche nicht richtig handeln, weder weise noch besonnen sind.’"
Hier wird zum einen deutlich, dass es sich bei der Besonnenheit um eine zentrale Kategorie der Lebensführung handelt, die nahezu identisch ist mit der Weisheit selbst. Als Wissen unterscheidet sie zwischen dem, was uns nachhaltig guttut, und dem, was uns letztlich Schaden zufügt. Als Selbstbeherrschung steht die Besonnenheit zugleich für die Umsetzung dieses Wissens. Damit bedeutet sie das, was wir heute eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung bezeichnen. Wir sind nicht bloß Getriebene unserer Bedürfnisse und Sehnsüchte, sondern können uns auch zum schöpferischen, gestaltenden „Wagenlenker unserer Seele“ (Platon) machen. Dazu müssen wir die Kunst der Lebensführung erlernen.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.