Besonnenheit
Der Besonnene zügelt auch seine Stärken.
Bei Laotse finden wir folgende Beispiele für Besonnenheit, bezogen auf Konflikte unter den Menschen:
„ein wahrer feldherr ist nicht kriegswütig
ein wahrer kämpfer ist nicht zornmütig
ein wahrer bezwinger des feinds nicht streitsüchtig
ein wahrer lenker der menschen aber ist demütig
das nenne ich De [Tugend] des nichtstreitens.“
Der Besonnene wahrt das rechte Maß, indem er sich zu beherrschen weiß. Wer kämpfen muss, der kämpft, aber er liebt den Streit nicht. Im I Ging, dem ältesten Weisheitsbuch der Menschheit, heißt es: „Der Weise kennt keinen Streit“. Er vermeidet auch jede Überheblichkeit, denn dieser folgt häufig ein Absturz. So scheitern nicht wenige Menschen daran, dass sie ihrem Ehrgeiz und Gewinnstreben kein Maß setzen können und unbesonnen immer mehr wollen. Das Immer-mehr-Wollen hieß bei den Griechen Pleonexie und wurde als eine Seelenkrankheit angesehen.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.