Einsamkeit und Alleinsein
Ich verließ die Heimat und ging in die Hauslosigkeit.
Bekanntlich verließ der historische Buddha (Siddharta Gautama) als Jüngling sein königliches Haus sowie Frau und Kind und begab sich auf eine lange Pilgerschaft, bis er schließlich unter einem Baum die Erleuchtung fand. Den Abschied beschreibt er wie folgt:
„Kurze Zeit danach (nachdem er begonnen hatte, philosophisch über das Leben nachzudenken) zog ich als Jüngling in schwarzdunklem Haar, mit glücklicher Jugend begabt und im ersten Mannesalter, gegen den Wunsch von Vater und Mutter, die mit Tränen überströmtem Antlitz klagten, nachdem ich mir Haar und Bart abgeschnitten und gelbe Gewänder angelegt hatte, hinaus aus dem Hause in die Hauslosigkeit.“
Vielleicht sollte jeder Mensch einmal die „Hauslosigkeit“ (Einsamkeit) suchen, um ganz zu sich selbst zu kommen. Vielleicht sollte er dies in kleinen Dosen sogar öfter tun, um sich immer wieder seiner Lebenswerte, seines Lebensentwurfs und seiner Bestimmung zu vergewissern. Es muss ja nicht eine lange Pilgerreise mit dem Ziel vollkommener Weltabgewandtheit und „innerer Umkehr“ sein. Auch eine einsame Tageswanderung oder eine Stunde in einem Café, allein mit einem Tagebuch, kann – wenn schon nicht zur Erleuchtung – so doch zu etwas mehr Klarheit in bedrängenden Fragen des Lebens und die eigene gegenwärtige Lebenssituation führen. Für einen wachen und offenen Menschen ist das Leben ein ständiges Nachjustieren der eigenen Werte und Vorstellungen vom Leben, eine Wanderschaft, ein Unterwegssein, das erst im Ableben sein Ende findet.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.