Epiktet
Nie laß auf das ermattete Aug' den Schlummer sich senken,
Ehe du die Werke des Tags im Einzelnen alle bedacht hast.
Epiktet konkretisiert dies wie folgt:
„Wo übertrat ich das Maß? Was tat ich? Was nicht, das ich sollte?
So durchgehe von Anfang ein jegliches, und wenn du etwa
Schlechtes getan, so tadle dich selbst, und freu dich, wenn Gutes.“
Gewiss kannte Epiktet die nahezu wortgleiche Aufforderung in den sog. „Goldenen Versen“ des Vorsokratikers Pythagoras, der etwa 600 Jahre vor ihm lebte: „Lass den Schlaf nicht zu deinen sanften Augen kommen, ehe du jedes der Werke des Tages dreimal durchdacht hast […].“ Wer im Leben Fortschritte machen möchte, der sollte auf sich selbst achten, regelmäßig Rechenschaft über sein Leben und Verhalten ablegen und sich Mühe geben, zu wachsen, zu reifen und jeden Tag ein wenig weiser zu werden. So vermehrt man seinen inneren Reichtum, aus dem die Freude und das Lebensglück erwachsen. Wer aufgehört hat, besser werden zu wollen, hat aufgehört, gut zu sein, lautet ein altes Sprichwort.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.