Gegensätze
Sich bilden heißt alles so lernen wollen, wie es geschieht.
Das Wort stammt von dem freigelassenen Sklaven Epiktet, einem Vertreter der späten stoischen Philosophie. Weiter heißt es im Text:
„[…] Wie geschieht es aber? So, wie es der Ordner geordnet hat. Dieser hat aber die Anordnung getroffen, dass es Sommer und Winter, Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit, Tugend und Laster und alle diese Gegensätze um der Harmonie des Weltalls willen geben soll.“
Philosophische Weisheit beruht ganz wesentlich darauf, sich und die Welt in ihrer ganzen Fülle und gegenseitigen Abhängigkeit besser zu verstehen und sie dort, wo wir sie nicht ändern und verbessern können, so anzunehmen, wie sie ist. Das bedeutet für Epiktet, die Gegensätze, Spannungen, Polaritäten und scheinbaren Widersprüche zu durchschauen, die Unerklärlichkeiten hinzunehmen und das Ganze möglichst auf ein leitendes Prinzip zurückzuführen. Der Mensch möchte verstehen und eine Kohärenz in seinen Vorstellungen von der Welt herstellen. Die Gegensätze sind „um der Harmonie des Weltalls willen“ da. Das war schon die Auffassung des Vorsokratikers Heraklit, auf den sich die Stoiker häufig berufen. Der Winter als ein Ausruhen der Natur ist notwendig für Frühling und Sommer. Der Tod macht Platz für neues Leben. Leid oder Mangel kommen vor Freude und Befriedigung. Liebe speist sich gleichermaßen aus Harmonie und Spannung, aus Verbundenheit und dem Anderssein.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.