Mitte
Der Weise hält sich an Maß und Mitte.
Die Worte stammen aus dem „Buch der Riten, Sitten und Gebräuche“ (Liji, Li Gi). Das Buch bzw. die Form, in der es überliefert ist, dürfte auf Konfuzius zurückgehen. Aufschlussreich sind auch die Worte, die darauf folgen: „Sich vor der Welt verbergen und unerkannt bleiben, ohne es zu bedauern: das kann nur der Heilige.“
Offenbar will Konfuzius mit dieser Satzfolge andeuten, dass ein Verhalten entsprechend „Maß und Mitte“ etwas mit den Bedingungen, Begrenzungen und Widrigkeiten zu tun hat, denen wir im täglichen Leben ausgesetzt sind. Hier müssen wir uns mit der manchmal bitteren Realität auseinandersetzen, die uns bisweilen dazu zwingt, zu verzichten und schwierige Kompromisse einzugehen („doch hart im Raume stoßen sich die Sachen“ dichtete Schiller im Wallenstein). Der „Heilige“ hingegen lebt kompromisslos, konsequent und rein. Er ist aus dem weltlichen Leben herausgetreten und kann – anders als der gewöhnliche Mensch – auf jegliches Miteinander verzichten. Zu denken ist an die indischen Heiligen oder christlichen Eremiten, die die Gottesnähe suchen und in meditativer Versenkung weltabgeschieden leben. Für sie hat „Maß und Mitte“ keine Bedeutung. Für alle anderen ist es der Weg, Frieden mit sich, den Anderen und der Welt zu finden.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.