Platon
Lust entsteht, wenn der Körper in seinen naturgemäßen Zustand kommt, Schmerz, wenn dieser Zustand gestört wird.
In seinem Dialog Philebos lässt Platon den Sokrates Folgendes sagen:
„Ich behaupte also, dass, wenn die Harmonie in den lebendigen Wesen sich auflöst, mit diesem Zeitpunkt eine Auflösung des naturgemäßen Zustandes und der Beginn von Schmerzen sich einstellt. [...] Fügt sie sich aber wieder zusammen und kehrt sie wieder in ihren naturgemäßen Zustand zurück, dann entsteht, wie wir behaupten müssen, Lust, [...] wenn man über hochwichtige Dinge in gedrängtester Form und in kürzester Zeit sich äußern soll.“
Viele Weisheitslehren der Antike in Orient und Okzident bewunderten die schöpferische Kraft, Beständigkeit, Ausgeglichenheit und den rhythmischen Gang der Natur, die sich in einem stetigen Wechsel ihrer Zustände stets selbst erneuert und neues Leben hervorbringt. Sie erkannten, dass eine Ausprägung dieser Kraft auch im Körper und in der Seele der Menschen am Werk ist. Entfaltet sich diese Kraft naturgemäß und harmonisch, so hielten sie Körper und Geist für gesund. Wird der natürliche Fluss dieser Kraft oder Energie (chin. Qi) gestört, so kommt es zur Krankheit, oder wie Platon es beschreibt, zu Schmerzen. Daraus folgerte man für die Lebensführung, dass sie sich am besten in einer harmonischen, ausgeglichenen, naturgemäßen Entwicklung entfaltet. Sie sollte wie ein „schöner Fluss des Lebens“ dahinfließen. Dazu könne jeder Mensch durch eine sorgfältige Pflege seines seelischen und körperlichen Lebens selbst Wesentliches beitragen. Beachtenswert ist die Nähe des Zitats zu der späteren Epikureischen Philosophie, für die die „Lust“ (gr. hedone) der höchste Wert war.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.