Platon
Verzärtelung macht die Gemüter der Kinder unzufrieden, jähzornig und höchst empfindlich über Kleinigkeiten.
Diese Auffassung vertrat Platon. An einer Stelle lässt er sich darüber aus, wie wichtig es ist, Körper und Seele ausreichend Bewegung zu verschaffen, vor allem für Kinder:
„[…] dass alle nur nicht ermüdenden Erschütterungen und Bewegungen für jeglichen Körper vorteilhaft sind […]. Wir wollen demnach annehmen, dass die Wartung und eine […] fortdauernde Bewegung gleichsam das Grundelement der ersten Erziehung für beide Teile, Seele und Körper sind, […] Furcht entspringt immer aus irgendeiner Fehlerhaftigkeit der Seele. […] so bemeistert diese äußere Bewegung die innere der Furcht und Raserei, bewirkt in Folge Ruhe und Stille in der Seele und lässt das beängstigende Herzklopfen aufhören […]. Und folglich werden wir auch mit Grund behaupten, dass die Gymnastik der ganz zarten Kinder, welche lediglich darin besteht, dass man ihnen Bewegung macht, eins von den Mitteln ist, welche viel zu einem Teil der Tugend beitragen. […] So spreche ich denn meine Ansicht dahin aus, dass Verzärtelung die Gemüter der Kinder unzufrieden, jähzornig und höchst empfindlich über Kleinigkeiten macht […].
Man braucht nicht allen Behauptungen dieser Passage zuzustimmen. Aber dass regelmäßige und ausreichende Bewegung für Körper, Geist und Seele von enormer Bedeutung für die Entwicklung und das Wohlbefinden eines Menschen in jedem Lebensalter sind, dürfte nicht zu bestreiten sein.
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