Schweigen
Reden ist schwieriger als jedes andere Werk.
Die Stelle findet sich in einem ägyptischen Papyros, der die „Lehre des Ptahhotep“ wiedergibt (um 2350 v. Chr.). Sie gilt als der älteste Weisheitstext, den wir besitzen. Ptahhotep soll ein königlicher Wesir gewesen sein. Er wendet sich an einen Schüler, der sein Gehilfe und möglicher Nachfolger ist („Stab des Alters“). Ferner heißt es in diesem Zusammenhang:
„ … Es ist dir zuträglicher zu schweigen, als dein Herz zu zeigen … Nur wer (ein Problem) gelöst hat, soll die Lösung kundtun.“
Angespielt wird hier insbesondere auf Reden im „Rat der Minister“, wo Ptahhotep es für besser hielt, zu schweigen als zu reden, wenn man noch keine Lösung weiß. Im Weisheitsdenken der Antike in Ost und West, besonders im alten Ägypten, finden wir häufig den Hinweis darauf, dass Schweigen ein Zeichen von Weisheit ist. Wer etwas nicht weiß, schweigt besser und hört zu und ist dadurch offen und bereit zu lernen. Er zeigt durch sein Schweigen, dass er weiß, dass er entweder noch kein Wissen hat oder dieses beschränkt und vorläufig ist, d. h. jederzeit durch eine bessere Erkenntnis ersetzt werden kann. Seit Sokrates ist eben dies die angemessene Haltung des Philosophen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“). Er wies immer wieder eindrucksvoll nach, dass unser scheinbares „Wissen“ häufig Irrtum ist.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.