Seelenteilenlehre
Anfechtungen von innen sollen wir nicht unterdrücken.
Bei dem chinesischen Philosophen Zhuangzi lesen wir:
„Laotse sprach: Hast du dich nun gründlich gereinigt? Du bist so traurig, und es ist noch so etwas Überfließendes in dir. Da muss wohl noch irgendwo ein Übel stecken. Kommen die Anfechtungen von außen, so soll man ihrer nicht durch mühselige Bekämpfung Meister werden wollen, sondern sich einfach innerlich davon abschließen. Kommen die Anfechtungen von innen, so soll man ihrer nicht durch Unterdrückung Meister werden wollen, sondern sich einfach äußerlich von der Versuchung abschließen.“
Äußere Widrigkeiten sollen wir nicht in unsere „innere Burg“ eindringen lassen, sondern an unserer inneren Festigkeit und Integrität abprallen lassen. Wenn jedoch aus unserem Inneren Ängste, Sorgen, Zorn, Ärger, Neid, Eifersucht oder andere Emotionen aufsteigen, die uns bedrücken, so sollen wir ihre Existenz nicht verleugnen und verdrängen. Stets rächt es sich, die Augen vor der Realität zu verschließen. Das gilt auch für den eigenen Seelenzustand. Wir sollen aber solchen Impulsen und Emotionen in unserem Verhalten nicht nachgeben, sondern uns beherrschen und sie zügeln. Dass die alten Chinesen von solchen „inneren Anfechtungen“ wussten, zeigt, dass auch sie ein klares Bewusstsein von den vielfältigen und heterogenen Seeleninhalten und -anteilen hatten, die eine weise Lebensführung zu meistern lehrt.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.