Selbstsein
Die Unwissenheit hält das Nicht-Selbst für das Selbst.
In den Yogasutren des Patañjali, der grundlegenden Schrift aller Yogarichtungen, heißt es:
„Nichtwissen [avidya] ist die falsche Anschauung, die das Vergängliche für unvergänglich, das Reine für unrein, das Leidvolle für Freude und das Nicht-Selbst für das Selbst hält.“
Nach den Yogasutren ist es das Ziel der Meditation, zur Erkenntnis dessen vorzudringen, was ist, und alles Scheinhafte, Unwirkliche als bloße Täuschung („Maya“) zu entlarven. Dazu zählt insbesondere zu erkennen, was wir sind und was wir nicht sind. Je klarer wir unterscheiden lernen, wo wir entweder bloßen Konventionen, äußeren Prägungen, unkritisch übernommenen Narrativen oder falschen Vorstellungen anhängen oder wo wir aus unserem tiefsten Wesensgrund leben, umso näher kommen wir uns selbst und umso intensiver leben wir, was wir wirklich sind. Jede Form der Entfremdung wird dann überwunden. Die Unterscheidung hat viel damit zu tun, in welchem Maße wir uns von unserem an den weltlichen Dingen anhaftenden Ego bestimmen lassen oder von inneren, geistigen, ideellen, spirituellen Werten und Anschauungen. Anders ausgedrückt: Ist uns Besitz, äußeres Ansehen, gesellschaftliche Stellung wichtiger als innere Stimmigkeit, Wahrhaftigkeit und Seelenfrieden? Je unabhängiger wir von äußeren Gütern werden, umso mehr nähern wir uns nach Patañjali unserem „wahren Selbst“ und der Geborgenheit im eigenen Innern.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.