Umsetzung von Weisheit
Derjenige, der weiß, was gut für ihn ist, es aber nicht tut, weiß es nicht wirklich.
Das war die Auffassung des japanischen konfuzianischen Gelehrten Kaibara Ekiken (1630-1714):
„Wenn sich ein Mensch während seines Lebens nicht um Wissen und Bildung bemüht, ist es geradeso gut, als wäre er überhaupt nicht geboren, denn in diesem Fall ist sein Dasein ohne Sinn und Zweck. Auch wenn er sich Wissen und Bildung aneignet, aber nicht um den Menschenweg weiß [seine Bestimmung, der rechte Weg, Dao, Tao], so muss man ihn dennoch für einen Ungebildeten halten. Besitzt nun einer Kenntnisse und weiß er auch um den Sinn des Menschenweges, bringt dies aber nicht in sein praktisches Leben und Handeln ein, ist es genauso, als wüsste er über den Weg überhaupt nichts.“
Ekiken dürfte Sokrates nicht gekannt haben, stimmt aber mit diesem in der Auffassung überein, dass derjenige, der das Gute zu wissen scheint, es aber nicht tut, tatsächlich ein Unwissender ist. Den Grund haben beide wohl darin gesehen, dass man, um eine Weisheit auch umsetzen zu können, sie sehr gründlich verstanden und verinnerlicht haben muss. Praktisches Wissen sollte tief in einem verankert sein und spontan ohne nachzudenken angewendet werden, so dass man instinktiv dieses Wissen lebt und danach handelt. Oberflächliches Wissen von dem, was richtig ist, hat häufig nicht die Kraft, das Handeln zu motivieren und zu lenken, vor allem wenn es gilt, innere Widerstände zu überwinden. Es regieren dann alte, unbewusste und unreflektierte Muster. Für Ekiken und Sokrates war ein solch oberflächliches Wissen überhaupt kein Wissen.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.