Vita activa
Das Werk zu tun sei dein Beruf.
In der Bhagavadgita, einem der bedeutendsten altindischen Weisheitstexte, lesen wir:
„Das Werk zu tun sei dein Beruf,
Nicht kümmre dich’s, ob es gelang,
Begehre nie der Taten Frucht,
Doch fröne nicht dem Müßiggang.
Ergebungsvoll tu jedes Werk
Und frei von irdischer Begier,
Ob gut, ob schlecht der Ausgang sei;
Bewahre stets den Gleichmut dir.“
Auch wenn die altindische Philosophie eine starke Betonung auf Versenkung, In-sich-gehen und Meditation legte, waren es nicht rein kontemplative Philosophien fernab von dem weltlichen Geschehen. Handeln und Wirken hatten auch dort ihren Wert und ihre Bedeutung. Aber der Mensch sollte sich – wie das Zitat zeigt – nicht zu sehr von dem äußeren Ziel und Erfolg seines Handelns einnehmen lassen, denn das führt zu Leiden. Nicht das weltliche Handeln selbst bringt Leiden, meinten die Inder, sondern eine zu starke Fixierung auf die angestrebten Ziele, eine Unbedingtheit und Verbissenheit unseres Wollens, unserer Intentionalität, ein ständiges auf etwas Aussein, und wie stark unser tägliches Leben und Denken von dieser Einstellung geprägt werden. Je gelassener wir bei unserem Bestreben bleiben und ein Übermaß zielfixierter Anspannung vermeiden, desto mehr gewinnen wir an innerer Ruhe. Aus dieser inneren Ruhe heraus erhalten wir Kraft und Energie, die uns dabei helfen, auch in unseren äußeren Aktivitäten erfolgreich zu sein.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.