Weisheiten des Liezi
Warum sollte ich da traurig sein?
Bei Liezi kann man folgende kleine Episode lesen:
„Unter den Leuten von We lebte ein Mann namens Wu vom Osttor. Als sein Sohn starb, war er nicht traurig. Da sprach sein Hausverwalter zu ihm: ‚Auf der ganzen Welt gab es keinen Menschen, der seinen Sohn so liebte wie ihr. Nun ist euer Sohn gestorben, warum seid ihr nicht traurig?‘ Wu vom Osttor sprach: ‚Es gab eine Zeit, da ich immer ohne Sohn war, und in jener Zeit, da ich noch keinen Sohn hatte, war ich nicht traurig. Nun ist mein Sohn gestorben, und es ist wieder ebenso wie früher, da ich noch keinen Sohn hatte. Warum sollte ich da traurig sein?‘
Dass Wu nicht traurig war, sollte man vielleicht nicht wörtlich nehmen. Liezi wollte mit dieser Geschichte sagen, mit welcher Überlegung man sich in Zeiten der Trauer vor Verzweiflung bewahren und weiterleben kann. Die Antike in Ost und West hat mehrere Gedanken entwickelt, um in solchen Fällen den Schmerz zu lindern, etwa, dass der Tod ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist und unser aller Schicksal. Einer solchen „therapeutischen Philosophie“ liegt die Erkenntnis zugrunde, dass „im Gebrauch unserer Vorstellungen der Seelenfriede, das Wohlbefinden, der gute Fluss des Lebens und die Freiheit liegt“, wie es der Stoiker Musonius Rufus formuliert hat.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.