Weisheiten des Liezi
Alles Gestaltete muss ein Ende nehmen.
Der Ausspruch stammt von dem chinesischen Philosophen Liezi (um 450 v. Chr.), einem Vertreter des Daoismus, als dessen Begründer Laotse angesehen wird. Es geht um die Vergänglichkeit, die Lebensphasen des Menschen, die Reinheit und Spontaneität des Kleinkindes, die Natürlichkeit des Todes und seine Annahme. So heißt es im Text im Anschluss an das einleitende Zitat:
„Was Leben hat, muss wieder zur Leblosigkeit zurückkehren.
Was Gestalt hat, kehrt wieder zur Gestaltlosigkeit zurück […]
Wer nun aber ewigwährendes Leben ersehnt und verhindern möchte sein Ende, der täuscht sich in Wahnwitz über die Bestimmung des Seins.
Die Samenkraft des Geistes [Geist, Seele] ist der Anteil des Himmels am Wesen des Menschen, das knochige Gerüst des Leibes der Anteil der Erde […]
Vier große Wandlungen durchläuft der Mensch von seiner Geburt bis zu seinem Ende: Säuglingsalter und Kindheit – Jugend und Mannheit – Alter und Greisentum – Dahinsterben und Vergehen. Als Säugling und Kind sind seine Lebenskräfte gesammelt, und sein Wille ist auf eins gerichtet: sein Höchstmaß ist das des Gleichklangs mit sich selbst. Nicht verletzen kann ihn die Außenwelt, seine Seelenstärke ist unübertrefflich […]
Als Alternder und Greis verblassen seine Wünsche und Gedanken, und der Leib verkümmert: so erstrebt er nicht mehr den Vorrang unter den Dingen; und wenn er auch in seinem Insichgeschlossensein nicht heranreicht an Säugling oder Kind, so unterscheidet er sich doch darin vorteilhaft vom Jüngling oder Mann.
Im Dahinsterben und Vergehen aber geht er ein in die Ruhe des Ausgelöschtseins, und so kehrt er zurück zur Vollendung alles Seins.
Groß ist der Tod! Groß fürwahr! Dem Edelgesinnten gibt er die Ruhe des Ausgelöschtseins, dem Niedriggesinnten die Unterjochung seiner Begierden.“
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.