Menzius
„Mong Dsi [Menzius] sprach: ‘Suchet, so werdet ihr finden; lasset ab, so werdet ihr verlieren!‘ Das Suchen nützt also etwas zum Finden: wenn wir in uns selber suchen.“
Und weiter heißt es dort:
„‘Das Suchen geht seinen Weg, das Finden aber ist vom Geschick bestimmt.‘ Das Suchen nützt also nichts zum Finden: wenn wir draußen suchen.“
Menzius stellt hier zwei Sprichwörter gegenüber, die sich scheinbar widersprechen. Seine Interpretation versucht, den Widerspruch aufzulösen. Wer sein Lebensglück sucht, der sollte in sein Inneres schauen, dort wird er es finden. (Sokrates: „Erkenne Dich selbst!“ oder „Ein Leben ohne Selbsterforschung ist nicht lebenswert.“) Wer dies nicht tut oder in diesem Bemühen nachlässt, wird es verlieren. Äußeres Glück aber unterliegt ganz dem Zufall, danach zu suchen, macht keinen Sinn. Man findet hier die stoische Unterscheidung wieder zwischen dem, was in unserer Hand liegt, und dem, was nicht in unserer Hand liegt. Um letzteres solle man sich nicht kümmern, sagten sie, und es „der Vorsehung“ überlassen. Im Äußeren können wir nichts erzwingen. Wir können unser Bestes tun, damit wir uns dem Glück würdig erweisen, wie sich Kant ausdrückte. Aber wenn es sich dann einstellt, ist es ein Geschenk.
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Nutzen Sie die täglichen "Worte der Weisheit", um fünf Minuten Atem und Geist zu beruhigen, still zu werden und sich auf das Wesentliche Ihres Lebens zu konzentrieren.